Seminare

Die Seminare sind inhaltlich umfangreicher als die Workshops. Sie sind darauf ausgelegt, dass man Donnerstag bis Samstag im gleichen Seminar bleibt.

Seminare über drei Vormittage
* Samba-Trommeln (Anf. + Fortg.)
* Großpuppenbau
* Clownerie
* Straßentheater
* Ziviler Ungehorsam / Gewaltfreie Aktion
* Überblick zur Orientierung über ZUGABe I-IV

* Medienaktivismus * Party & Activism: Soli-Parties, Events, Polit-Kultur
Do + Fr 9:00 Uhr - 13:00 Uhr
Sa 9:00 Uhr - 12:00 Uhr
Thema

Samba-Trommeln: Gehör verschaffen für eine andere Welt!

Inhalt

Mit noch mehr Instrumenten werden wir diesmal auch in zwei Gruppen proben können. Vorkenntnisse, Begabungen oder eigene Instrumente sind nicht notwendig. Die Methodik des internationalen Netzwerkes "*Rhythms of Resistance*" macht es möglich, leicht eigenständig eine Gruppe zu gründen, sich mit politischen Sambagruppen anderer Städte zu vernetzen und sich bei Aktionen und Demos zusammenzuschließen. Diesmal wird es zusätzlich interessant für alle, die schon mal getrommelt haben oder aktiv dabei sind. Hier wird ein Raum geboten, um Erfahrungen und Tricks auszutauschen und weitere Tunes zu lernen. Es wird jedoch keine strenge Trennung zwischen "Anfängern und Fortgeschrittenen" geben, sodass ein reger Austausch zwischen allen TrommlerInnen zustande kommt. Am Samstag trommeln wir alle gemeinsam bei der Aktion in Mannheim.

Durch-
führung

ReferentInnen: Matthias Breuer (Sambattac Braunschweig) und weitere TrommlerInnen.

Thema

Großpuppenbau

Inhalt

Das öffentliche Tragen von Großpuppen hat eine lange Tradition in Europa, Nord- und Südamerika und Asien. Oft haben diese Gestalten kulturelle oder religiöse Wahrheiten gespiegelt. Zunehmend werden sie auch als Träger politischer Inhalte in Europa gesehen. In diesem Workshop wollen wir Techniken des Großpuppenbaus kennenlernen und Erfahrungen mit dem Einsatz von Großpuppen austauschen. Wir wollen Figuren konzipieren und anfertigen, welche bei der Grossdemo gegen Kohlekraft in Mannheim am 24.5 zum Einsatz kommen können. Also, bringt Eure Ideen und Energie mit.

Durch-
führung

ReferentInnen: Larry Swingle, Attac Heidelberg

Thema

Straßenclownerie - Ha,ha,ha!

Inhalt

Clownerie kann überall vorkommen. Wenn wir sie als politisches Mittel anwenden wollen, wird's paradox: wir erleben dieden Clown in uns und wollen sieihn anwenden wie ein Mittel zum Zweck? Wir halten unserem Publikum ach-so-dekonstruktiv einen Spiegel vor, schaffen uns geschickt und humorvoll Komplizenschaft, bleiben dabei aber parteiisch? Mal schauen, wie das gehen soll... Wir werden in drei Richtungen spielen: Gruppenspiele & ganz, ganz viel quatsch / Kommunikationsstrukturen & Formationen für unterwegs à la Clownsarmee / (Solo- & Gruppen-)Impros & Bühnenerfahrung. Bringt Alltagsgegenstände mit, einfache Clownskostüme (nichts extra gekauftes) und lest möglichst irrelevantes Zeugs. !!! Bitte als vorbereitende Übung: versucht einen GANZEN Tag lang möglichst alles was ihr tut andersrum zu machen. "Andersrum" kann in JEGLICHER Hinsicht interpretiert werden. Versucht euch ruhig auch in der Öffentlichkeit.!!!

Durch-
führung

ReferentInnen: Jean Peters. Bei Fragen: jean.peters@circolibre.net oder 030-26325857

Thema

Straßentheater: Aktionen spielend auf den Punkt bringen!

Inhalt

Mit Straßentheater zur Diskussion anregen und Dinge in Frage stellen, um Veränderungen anzustoßen. In den drei Tagen lernen wir, wie man sich mit einfachen Theaterformen auf öffentlichen Plätzen politisch und sozialkritisch ausdrücken kann. Wir werden den fließenden Übergang zwischen Charme und Provokation, Spielfreude und politischen Inhalten erforschen. Wir arbeiten mit Statuen, Rhythmik und Bewegung, vielleicht auch mit verstecktem Theater. Unser Ziel ist es, aus diesen Elementen Straßenaufführungen zu entwickeln und diese beim Aktionstag auch gleich konkret umzusetzen.

Durch-
führung

ReferentInnen: Anita Bertolami (CH) gibt seit dem Abschluss ihrer Theaterausbildung in Kopenhagen Kurse in politischem Theater und entwickelt eigene Inszenierungen. Shiva Grings (IRL), seit 2004 in D tätig. Arbeitet seit 1997 mit Theater, gibt Kurse in Clown, Buffoon und anderen Formen von Physical Theatre.

Thema

Ziviler Ungehorsam in Wort und Tat

Inhalt

Seit den erfolgreichen Blockaden des G8-Gipfels wird in den Sozialen Bewegungen über Zivilen Ungehorsam viel debattiert. Wie können wir die Erfahrungen von Heiligendamm weiter nutzen? Was können wir mit Zivilem Ungehorsam erreichen? Hat der Begriff eine neue Bedeutung bekommen? Im Seminar führen wir in die Theorie des Zivilen Ungehorsams ein und wollen die aktuellen Fragen mit euch diskutieren. Doch grau bleibt alle Theorie, wenn zu ihr keine Praxis entwickelt werden kann. Deswegen werden wir nicht nur darüber reden, sondern auch trainieren, selbst ungehorsam zu sein. Wir zeigen euch, wie wir uns vorbereiten, um entschlossen und erfolgreich eine Aktion durchzuführen. Am Samstag nachmittag haben wir dann die Möglichkeit, gemeinsam als gut vorbereitete Aktionsgruppe am Klimaaktionstag am Kohlekraftwerk Mannheim teilzunehmen.

Durch-
führung

ReferentInnen: Marc Amann, Herausgeber des Buches "go.stop.act! Die Kunst des kreativen Straßenprotests". Annett Gnass, Werkstatt für Gewaltfreie Aktion Andreas Traupe, Aktionstrainer, Werkstatt für Gewaltfreie Aktion

Thema

ZUGABe-Seminare I-IV

Inhalt

Großaktionen organisieren kann jede/r Zusammen mit Aktivistinnen vom Netzwerk ZUGABe (Ziviler Ungehorsam, Gewaltfreie Aktion, Bewegung) wollen wir am Samstag Aktionen am Kohlekraftwerk in Mannheim durchführen. Die ZUGABe-Seminare auf der Aktionsakademie vermitteln zuerst theoretisch, was es alles an Vorbereitung für eine Großaktion braucht und gehen dann ganz praktisch in die Vorbereitung für die Samstag-Aktion über. Sie richten sich also nicht in erster Linie an „einfache“ AktivistInnen, sondern an potentielle OrganisatorInnen in den jeweiligen Bereichen. Sie sind eine gute Gelegenheit, mal reinzuschnuppern und vom Erfahrungsschatz der ZUGABe-Leute zu profitieren, die z.B. bei „Block G8“, „resist“, „X-tausendmal quer“ und „Gendreck weg“ aktiv sind oder waren.
ZUGABe I
ZUGABe II
ZUGABe III
ZUGABe IV

Durch-
führung

 

Thema

ZUGABe I: Aktionsunterstützung

Inhalt

Eine Großaktion wird umso kraftvoller, je mehr sich die Aktiven auf die Aktion selbst konzentrieren können und nicht auch noch das Drumherum alles selbst organisieren müssen. Der ZUGABe-Arbeitsbereich Aktionsunterstützung kümmert sich beispielsweise um Essensversorgung, weiche Unterlagen für Sitzblockaden, Materialtransport, Lautsprecherwagen, Infopunkte, Klohäuschen etc. Das Seminar zeigt, wie es geht und macht es gleich praktisch für die Samstag-Aktion in Mannheim.

Durch-
führung

ReferentInnen: Leute aus dem Arbeitsbereich Aktionsunterstützung des Netzwerk ZUGABe

Thema

ZUGABe II: Wie funktioniert ein Aktions-Pressebüro?

Inhalt

Für eine einzelne regionale Aktion oder Veranstaltung reicht in der Regel eine gute Einladung an die Presse, Betreuung von anwesenden JournalistInnen und eine Presseerklärung. Sobald Aktionen aber über einen etwas längeren Zeitraum andauern, sie von besonderer überregionaler Bedeutung sind oder sich an einem Ort oder zu einem Zeitpunkt mehrere Aktionen ballen, ob beim G8-Protest, beim Castor-Widerstand, Feldbefreiungs- oder anderen Großaktionen, dann macht ein Aktions-Pressebüro Sinn. Das Seminar zeigt, wie es geht und macht es gleich praktisch für die Samstag-Aktion in Mannheim.

Durch-
führung

ReferentInnen: Jochen Stay (Wendland) aus dem Arbeitsbereich Presse des Netzwerk ZUGABe

Thema

ZUGABe III: Moderation bei Großaktionen

Inhalt

Großaktionen laufen meist in Bezugsgruppen ab und es gibt einen SprecherInnenrat, um sich untereinander zu koordinieren. Das funktioniert umso besser, wenn viele AktivistInnen sich in Trainings vorbereitet haben und wenn es für den Rat eine gute Moderation gibt, die auch in Stress-Situationen die Ruhe und den Überblick bewahrt. Der Arbeitsbereich „MUT“ (Moderation und Training) des Netzwerk ZUGABe sucht noch Menschen, die sich diese Arbeit vorstellen können. Das Seminar richtet sich gleichermaßen an Neulinge und Moderationserfahrene, die lernen und üben wollen, wie man eine große Aktion von der Bezugsgruppenfindung bis hin zu den Räten während der Aktion selbst konsensorientiert moderiert. Zu Beginn klären wir, was es für eine Gruppe bedeutet, Entscheidungen im Konsens zu treffen und üben diesen Prozess selbst ein. Im Anschluss ergründen wir, wie man Konsensentscheidungen moderiert und wie man auch in mehrstufigen Räten basisdemokratisch bleibt. Da nichts besser ist als praktische Erfahrung, moderieren wir abschließend die Aktion am Samstag in Mannheim.

Durch-
führung

ReferentInnen: Sebastian Seelig (Leipzig) ist Trainer im Arbeitsbereich MUT (Moderation und Training) des Netzwerks ZUGABe und moderierte in der Vergangenheit SprecherInnenräte bei X-tausendmal quer im Wendland und bei Block G8 in Heiligendamm.

Thema

ZUGABe IV: Rechtshilfe kann jede/r

Inhalt

Eine gute Gewaltfreie Aktion braucht auch eine gute Rechtshilfe-Arbeit. Solidarisch einander beizustehen, stärkt uns gegenseitig und macht die Aktionen attraktiv für Neue. Deshalb ist die Rechtshilfe nicht nur lästiges Beiwerk. Eine gute Rechtshilfearbeit ermöglicht, die juristischen Folgen der Aktion positiv zu nutzen, indem Solidarität praktisch erfahrbar wird und die Ziele der Aktion mehrfach in die Öffentlichkeit getragen werden können. Ich will in diesem Seminar Grundlagen der Rechtshilfearbeit vermitteln. Dazu gehören einige juristische Basics genauso wie Kenntnisse zu Aufbau und Organisation einer Rechtshilfegruppe, Organisation eines Ermittlungsausschusses und die Frage der psychologischen Stärkung der Betroffenen.

Durch-
führung

ReferentInnen: Frauke Distelrath, Attac-Pressesprecherin

Thema

Pressearbeit: Die Botschaft auf den Punkt bringen

Inhalt

Damit die Öffentlichkeit etwas von einer Aktion und damit von unseren Zielen und Forderungen mitbekommt, müssen wir die Presse informieren. Eine gute Vorbereitung ist dabei wichtig. Dieser Workshop soll dem Erfahrungsaustausch dienen und möglichst viele Fragen beantworten: Wie machen wir die Medien neugierig? Wie schaffen wir es bei einer unangemeldeten Aktion, dass die Journalisten davon erfahren, die Polizei hingegen nicht? Wie vermittelt man in einer Pressemitteilung die wichtigsten Hintergründe einer Aktion? Wie schaffen wir schöne Motive? Was ist bei Interviews vor Ort zu bedenken? Im praktischen Teil des Workshops üben wir das Schreiben von Pressemitteilungen.

Durch-
führung

ReferentInnen: Alex Nicht (Aktivist, VJ), Stefan Schultheiß (Aktivist, DJ) – Beide Referenten sind Teil des Heidelberger Party-Kollektivs „Party & Activism“.

Thema

Radios als Medium für (Gegen)Öffentlichkeitsarbeit

Inhalt

In vielen Städten gibt es selbstorganisierte, offene, unkommerzielle lokale Radiosender, die Möglichkeiten für eigene Sendungen, Platz für inhaltliche Sendebeiträge, Gelegenheit für Veranstaltungsankündigungen oder Interviews bieten. Diese Radiosender können eine wichtige Rolle als alternative Berichterstattung und Unterstützung sozialer Bewegungen und die Verbreitung deren Inhalte spielen - beispielhaft sind da in jüngster Zeit vor allem die Erfahrungen in Ländern des globalen Südens. Im Seminar werden wir die Hintergründe, Strukturen und Arbeitsweisen von Freien Radios (sowie ansatzweise von offenen Kanälen, Bürgerfunk und anderen Radios mit Beteiligungsmöglichkeit) vorstellen, um Nutzung und Zusammenarbeit mit diesen Radios zu erleichtern. Auch wichtige Vernetzungs- und Austausch-Projekte werden vorgestellt (z.B. www.freie-radios.net, www.radioforum.fm, radio attac), und eine kurze Einführung in die Gestaltung von Radiobeiträgen und Interviews gegeben.

Durch-
führung

ReferentInnen: Viviana Uriona hat Erfahrung mit freien Radios nicht nur auf der lokale Ebene, sondern auch in transnationalen Radioprojekten mit freien Radios weltweit.
Marc Amann war mehrere Jahre als Sendungsmachender sowie Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim Freien Radio Wüste Welle in Tübingen aktiv.

Thema

Don't hate the medie, be the media - Andere Medien sind möglich!

Inhalt

Die Berichterstattung über politische Aktionen in kommerziellen Medien gleicht oft einem Glücksspiel. Sie kann so ausfallen, wie wir uns das vorstellen, aber oft ist das nicht der Fall. Die Alternative: Gegenöffentlichkeit herstellen und selber schreiben, filmen, fotografieren. Während des G8 hat ein sorgfältig vorbereitetes Unabhängiges Medienzentrum den Lügen und Schlampereien von Kavalla und Nachrichtenagenturen etwas entgegengesetzt und dazu beigetragen, dass die Märchen über Rasierklingen in Wurfkartoffeln und giftspritzende Clowns entlarvt wurden. Der Indymedia-Nachrichtenticker war eine gefragte Informationsquelle. Am Beispiel Indymedia soll es im Seminar darum gehen, wie wir über die eigenen Aktionen berichten und damit den von kommerziellen Interessen geleiteten Medien eine andere Sicht entgegensetzen können. Indymedia ist ein mit der neueren globalisierungskritischen Bewegung entstandenes internationales Netzwerk unabhängiger MedienaktivistInnen und bietet viele Möglichkeiten, alleine oder zusammen mit anderen eine andere, eigene Öffentlichkeit zu schaffen.

Durch-
führung

ReferentInnen: Anne Roth, Medienaktivistin

Thema

Party & Activism: Soli-Parties, Events, Polit-Kultur

Inhalt

Ziel dieses Seminars ist es, Wissen und Motivation zu vermitteln, die es den Seminar-TeilnehmerInnen ermöglicht eigene Soli-Parties und politische Events zu veranstalten. Soli-Parties machen nicht nur Spass, sondern sind auch eine wichtige Einnahmequelle mit deren Hilfe politische Basisgruppen ihre Arbeit finanzieren können. Mit gezielten Events, wie z.B. den zur Zeit sehr beliebten Stromwechselparties, kann auch für ein Thema oder ein politisches Ziel geworben werden. Im Seminar werden technische Grundlagen (DJ, VJ, Beschallung, etc.) und organisatorische Aspekte (Location, Werbung, Finanzierung, etc.) besprochen. Darüber hinaus wird es auch um das Selbstverständnis alternativer und kritischer Kultur gehen. Abschließend werden die Workshop-TeilnehmerInnen die große Aktionsakademie-Party am Samstag, 24. Mai´08, gemeinsam vorbereiten und durchführen. Geeignet für Einsteiger und Erfahrene. Bringt Eure Lieblings-Protestsongs mit!

Durch-
führung

ReferentInnen: Alex Nicht (Aktivist, VJ), Stefan Schultheiß (Aktivist, DJ) – Beide Referenten sind Teil des Heidelberger Party-Kollektivs „Party & Activism“.

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