Resümee
Rückblick auf die Verteilaktion am 24.10.
Der bundesweite Aktionstag "In vollen Zügen gegen die Bahn-Privatisierung" von Attac und Campact war ein großer Erfolg!
Es wurden nicht nur viele tausend Reisende über die Folgen der Bahn-Privatisierung informiert und zum Handeln angeregt - die Signalwirkung, die von solchen breiten Aktionen ausgeht, wird auch bei den Entscheidungsträgern und im Bahn-Management wahrgenommen. Ausgehend von ungefähr 80 Städten hatten im Laufe des Tages Hunderte Aktiver mindestens 20.000 Flugblätter "Ihr Reiseplan" und zusätzliches Material an die Reisenden gebracht.
Aus den zahlreichen Rückmeldungen ergab sich folgendes Bild:
- das Feedback von Reisenden war durch die Bank positiv, unser "Reiseplan" ist sehr aufmerksam gelesen und viele AktivistInnen sind daraufhin angesprochen worden. Die Unterstützung für unser Anliegen überwog dabei sehr deutlich - nur Wenige waren genervt.
- die ZugbegleiterInnen haben die Verteilaktionen häufig "offensiv toleriert". Offenbar fanden viele von ihnen die Aktion und unsere Anliegen gut und unterstützenswert. Nur sehr selten wurden AktivistInnen aufgefordert, das Verteilen zu unterlassen oder den Zug zu verlassen - und die Aufforderung wurde dann eher schwach umgesetzt.
- Es gab nur vereinzelt Begegnungen mit der Polizei, nach bisherigen Informationen sind sie nirgends eskaliert. Sicherheitspersonal und teilweise Polizei wussten offenbar über den bundesweiten Aktionstag Bescheid, hatten aber wohl auch Anweisung, sich nicht eskalierend zu verhalten. Es gab zwei Personalienfeststellungen. In Berlin ist ein ICE wegen der Verteilaktion einige Minuten verspätet abgefahren. In München hat "die Firma Attac" angeblich Hausverbot, sagte ein Sicherheitsmensch.
- Verschiedene Fernsehteams haben von der Bahn keine Dreherlaubnis erhalten. Der Hessische Rundfunk macht trotzdem einen längeren Beitrag für sein Magazin "Fakt", Sendung am Sonntag, 28.10. um 18.00 Uhr, mit Bildern aus der Vorbereitung und selbst gedrehtem Privatmaterial. In Berlin waren viele Fotojournalisten und Agenturen vor Ort, die die diversen Aktionen dort auch lange begleitet haben.
Einen sehr lebendigen Eindruck vermitteln auch die Aktionsberichte auf der Homepage von Campact wieder. Dort findet sich auch ein Video der Verteilaktion in Berlin.
Aus den Rückmeldungen ist auch herauszulesen, dass offenbar gerade das Offensive an der Verteilaktion vielen besonders großen Spaß gemacht und sie zu weiteren Aktionen animiert hat! Hier ein Beispiel aus einer Mail:
Die Zugbegleiter sind Spitze! Sie werden wie selbstverständlich angenommen, wenn man einfach mit fester Stimme sagt: "Ihr neuer Zugbegleiter, bitteschön!"
Die Leute bedanken sich, manche schauen etwas verstört, wenn sie die Hand ausstrecken. Diese Verwirrung, dass eine Zivilperson etwas offensichtlich Bahneigenes verteilt, könnte so eine Erlebnisverstärkung wie beim Flash-Mob sein.
Wenn man nachher nochmal durchgeht oder von außen zuschaut, sind ganz viele Menschen in das Faltblatt vertieft.
Im Namen der Bahnkampagnen-Gruppe und des Bündnisses "Bahn für Alle" bedanken wir uns herzlich bei allen Beteiligten für das große Engagement und die Unterstützung!
Der Erfolg ist zum Greifen nah. Auch zum kommenden Bundesparteitag der SPD in Hamburg wird es Aktionen geben, mit denen wir die kritischen SPD-Delegierten unterstützen. Die dort fälligen Entscheidungen werden den weiteren Kurs der Bahnkampagne stark mitbestimmen.
P.S.: Zwei neue Bahnfakten-Blätter zu den Themen
"Wer profitiert von der Bahnprivatisierung" undstehen ab sofort zum Download bereit (PDFs).
"Eine Volksaktien-Bahn ist keine Alternative"
Attac Bahnkampagne

