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Besser Leben

mit weniger Wachstum

Eine gemeinsame Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und des Freiburger Öko-Instituts hat ergeben, dass auch bei stagnierendem oder sogar sinkendem Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein Zuwachs an Lebensqualität für die Bevölkerung im Prinzip möglich ist.

Da das BIP nur Geldströme messe ohne Rücksicht darauf, was auf welche Weise produziert wird, würden dabei auch gemeinwohlschädigende Aktivitäten als positiver Zuwachs verbucht. In vielen Bereichen, so die Autoren der Studie, über-stiegen die Schäden des Wachstums bereits den Nutzen. Die beständige Zunahme des LKW-Verkehrs beispielsweise verursache Umwelt-, Gesundheits- und Infrastrukturschäden in Milliardenhöhe, werde aber nach wie vor als Plus in den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen verbucht.

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Auf der anderen Seite würden viele für die Gesellschaft grundlegende Tätigkeiten überhaupt nicht berücksichtigt wie Haushaltsarbeit, Kindererziehung und ehrenamtliche Tätigkeiten. Das BIP sei daher nicht einfach mit Wohlstand gleichzusetzen.


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Tatsächlich habe sich der Zusammenhang zwischen BIP und realer Lebensqualität in Deutschland seit Mitte der 80er Jahre umgekehrt: Trotz moderat wachsendem BIP ist die Arbeitslosigkeit seither massiv gestiegen, die ungleiche Verteilung von Einkommen hat sich zugespitzt, Arbeitszeit und Belastung am Arbeitsplatz nehmen für die meisten Menschen ebenso zu wie umweltbedingte Gesundheitsrisiken.

Im Umkehrschluss heiße dies aber nicht, dass sinkendes BIP automatisch zu mehr Lebensqualität führt. Im Gegenteil: Unter Bedingungen kapitalistischer Produktion verschärfe bereits ein Nullwachstum die sozialen Gegensätze.

Voraussetzung für einen Wandel hin zu mehr Lebensqualität auch bei stagnierendem oder sinkendem BIP sei daher eine Zunahme nicht profitorientierter Unternehmen am gesamten Wirtschaftsvolumen sowie politische Rahmenbedingungen, die Arbeitszeitverkürzungen und eine gerechtere Verteilung der Einkommen auf nationaler und internationaler Ebene durchsetzen.

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