editorial

Nach der Protestwelle der letzten drei Jahre reißen die Bildungsstreiks nicht ab. Schüler, Eltern, Lehrer, Studenten und Professoren erstritten an vielen Schulen und Universitäten sichtbare Veränderungen. Klassen und Lerngruppen werden verkleinert, neue Methoden wie informelles Lernen werden ausprobiert. Durch die bundesweiten Demonstrationstage stieg der Druck auf die Politik noch weiter, die überkommenen Strukturen der Bildungslandschaft endlich gründlich zu reformieren. „Wir mussten uns gemeinsam zur Wehr setzen, es auf den Konflikt ankommen lassen. Unsere Schulen sollten nicht länger Konformitäts- und Selektionsmaschinen sein. Wir wollten nicht länger hören, wir sollten fürs Leben lernen, wenn wir uns damit doch keine realen Entfaltungsmöglichkeiten erarbeiten können“, so eine Schülersprecherin der IGS Linden bei der letzten Streikdemo in Hannover. „Aber heute erleben wir täglich, dass wir etwas verändern können.“ Die Wiedereinführung der Lernmittelfreiheit in Niedersachsen macht Mut, wird aber nur als erster Schritt angesehen.

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In Celle haben indessen Schülervertreter ein Haus besetzt, nachdem sich die Kommune geweigert hatte, ihnen Räume für eine ständige Stadtschülervertretung zur Verfügung zu stellen. In diesem selbstverwalteten Schülerzentrum unterrichten sich nun Jugendliche mit Lernschwächen und Klassenüberspringer selbst, wobei sie von ehrenamtlich arbeitenden Referendaren unterstützt werden.

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