Jahrelang hatten die Menschen dort und anderswo in Europa gegen den Staudamm und für den Erhalt der ältesten Reste menschlicher Besiedlung gekämpft – neben ökonomischen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten ein starkes Argument gegen das Projekt.
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Doch der Reihe nach: Nachdem die Bundesregierung unter starkem öffentlichen Druck ihre Zusage für eine Hermesbürgschaft zurückgezogen hatte, wurde der Firma Züblin das Bauvorhaben zu riskant. Die mitfinanzierende Deka Bank war bereits wenige Monate zuvor infolge der Finanzkrise pleite gegangen.
Gleichzeitig führte der anhaltende Widerstand gegen den Staudamm-Bau im türkischen Umweltministerium zum Umdenken. Noch im Hebst 2008 hatte der zuständige Minister mit Blick auf den EU-Beitritt die Privatisierung der gesamten öffentlichen Daseinsvorsorge, inklusive aller Gewässer, für unverzichtbar gehalten. Das Weltwasserforum, eine Lobbyveranstaltung der globalen Wasserkonzerne, wollte die Türkei zum Pilotprojekt für den Verkauf aller Quellen, Seen und Flüsse machen. Doch es kam anders: der massive Widerstand auf Istanbuls Straßen bewegte die türkische Regierung zur Kehrtwende. Hauptargument: Wasser als Grundvoraussetzung für jegliches Leben auf diesem Planeten muss für alle frei zugänglich sein anstatt zur Quelle sprudelnder Gewinne einiger weniger Großkonzerne zu verkommen. Ein politischer Coup wäre die Aufnahme eines Verbotes von Wasservermarktung in die Verfassung: So könnte die Türkei, einstiges Vorzeigemodell neoliberaler Wirtschaftspolitik im eurasischen Raum, zum Vorreiter einer demokratischen und dezentralen Wasserwirtschaft werden.
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Im März 2009 wird das „Weltwasserforum“ in Istanbul tagen und die Initialzündung für den anschließend geplanten Verkauf der Wasserressourcen in der gesamten Türkei geben.
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