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Was nicht auf dem Sender ist, ist nicht. Und was ist, ist oft nicht auf dem Sender. Damit nicht länger ein Dutzend Milliardäre, die globale Medienkonzerne besitzen, das Denken der Weltbevölkerung dominieren, ist heute eine neue internationale Fernsehstation auf Sendung gegangen: Social TV. Soziale Bewegungen wie Attac, Gewerkschaften und alternative NGO erheben damit den Anspruch, ihre eigenen Themen auf die TV-Agenda zu setzen.

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Es handelt sich um eine Vernetzung von vorhandenen Informationen, Bildern und Filmen, die bisher ein Nischendasein in kleinen, unabhängigen Fernsehsendern, im unübersichtlichen Internet-TV, bei Video on Demand, auf alternativen Websites und Filmfestivals, in elektronischen Zeitungen und Blogs gefristet haben und schwer zu finden sind.


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Die interessantesten Quellen aus dem Chaos des Internets und der Sender wurden nun zu einem linksalternativen Nachrichtenpool vereint. Aus diesem farbenprächtigen Bouquet aus Gegeninformationen können sich unabhängige, nichtkommerzielle Sender und Internetportale bedienen.

Aber auch jeder Zuschauer kann aus Social TV eine Art „CNN von unten“ machen: Er lädt das Angebot auf seinen großen Fernsehbildschirm, auf Laptop oder Handy. Zeitversetzt sind aufgezeichnete Sendungen abrufbar.

Demnächst sollen sich Nutzer sogar aus einem 24-Stunden-Stream nach individuellen Wünschen ihren eigenen Kanal zusammenstellen können. Dafür muss einmalig eingegeben werden, in welchem Verhältnis welche bevorzugten Themen in welchen Sprachen ausgewählt werden sollen. Dann wird aus dem vorhandenen Pool automatisch das Bestellte herausgesucht.


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Im Übrigen sind für den Sender wegen seiner spezifischen Arbeitsweise nur wenige Redakteure und ein überschaubares Startkapital nötig. Eine Kooperation besteht mit Telesur, dem ersten antihegemonialen Telekommunikationsprojekt der Staaten Venezuela, Argentinien, Kuba und Uruguay. Unabhängige Filmemacher aus Moskau und Peking stehen unter Vertrag. Im Inland steuert die IG-Metall ein Portal zum Studium des Kapital bei und ver.di ein eigenes streik.tv.

Der Sender nimmt seine Arbeit in einer ereignisreichen Zeit auf. Rund um den 1. Mai finden in aller Welt Protestaktionen und in vielen Ländern politisch motivierte Streiks statt. Im Zentrum der Protesttage und der ersten Sendungen stehen die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Überwindung der Arbeitslosigkeit. Die brasilianische Landlosenbewegung MST hat weitere friedliche Besetzungen von Brachland angekündigt, das genossenschaftlich bewirtschaftet werden soll.

Die erste Sendung von Social TV wird sich außerdem dem Zusammenschluss von Opfern der Immobilienkrise in den USA widmen: Die ehemaligen Besitzer sind zurückgekehrt und halten zu Hunderttausenden ihre einstigen Häuser besetzt. Andere haben in der Nacht ihre Zelte in den Vorgärten reicher Villenbesitzer aufgebaut, um gegen die anhaltenden Zwangsräumungen zu protestieren.

VERBOTEN(dot)NET ist eine Aktion der GlobalisierungskritikerInnen von ATTAC. (Copyleft 2009 Attac Deutschland WEBteam)
*übrigens: ATTAC darf nicht "die zeit" heißen.